Knorpelzelltransplantation

Neue Möglichkeiten in der 4. Generation

Die autologe Knorpelzelltransplantation- oder Implantation (ACI) wurde Anfang der 90iger durch ein schwedisches Forscherteam entwickelt. Dabei wird aus einem nicht belasteten Areal des Gelenkes bei einer Arthroskopie ein kleines Stück Knorpel entnommen. Anschließend wird es mit einem Spezialverfahren von seinen Fasern befreit und die nun frei gewordenen Knorpelzellen sozusagen im Reagenzglas durch Züchtung vermehrt. Etwa nach vier bis sechs Wochen werden die angezüchteten Zellen wieder eingepflanzt.

Bisher war dieses nur in einem offenen Verfahren sicher möglich, bei dem der Knorpeldefekt entweder noch mit Knochenhaut übernäht wurde oder die Zellen in einem Vlies/Gel (Matrix) eingepflanzt wurden. Mit der neusten Generation der ACT, den so genannten Sphäroiden (Arthrocell 3 D, Fa. Codon), ist es nun möglich, das Widereinbringen der gezüchteten Zellen (Transplantation) ebenfalls voll arthroskopisch durchzuführen. Die Zellen sind hierbei zunächst zu 3-dimensionalen Kügelchen zusammengefasst, die sobald sie mit dem vorbereiteten Defektlager Kontakt aufnehmen ihre „Verbindungsmoleküle“ (Adhäsionsproteine) ausfahren und nach 20 Minuten mechanisch stabil am Knochen anhaften. In der Folge wachsen die Knorpelzellen in den Defekt ein, bis dieser komplett ausgefüllt wird.

Mit dieser Technik können nun Knorpeldefekte am Knie- und Hüftgelenk voll arthroskopisch therapiert werden.Für diese neue Technik gründeten Spezialisten eine Arbeitsgemeinschaft zur arthroskopischen Knorpelzelltransplantation, die zum ersten Mal am 14.10.06 in der ATOS Klinik Heidelberg tagte. Durch intensiven Austauch und Entwicklung entstand hierdurch ein sichere vollarthroskopisch anwendbare Technik, die mit minimalem Weichteiltrauma durchgeführt werden kann.

Detailinfo

Z_Orthop_Unfallchir_2007__145.pdf